Welche Schrumpffolie die richtige ist, entscheidet sich selten am Preis je Rolle, sondern am Produkt: an seinem Gewicht, seinen Kanten, seiner Wärmeempfindlichkeit und daran, wie es im Regal wirken soll. In der Praxis stehen drei Kunststoffe zur Wahl: Polyolefin (POF) und Polyethylen (PE), die wir täglich an unseren Anlagen in Moravská Třebová verarbeiten, sowie Polyvinylchlorid (PVC), das wir nicht verarbeiten. Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede, hilft bei der Wahl der Folienstärke und zeigt, wann Glanz wichtiger ist als Zähigkeit – und umgekehrt.
Welche Schrumpffolie passt zu welchem Produkt?
Für die meisten Einzelprodukte, Bücher, Spiele und Kosmetikschachteln ist POF-Folie in 12, 15 und 19 µm die richtige Wahl, für schwere Multipacks, Trays und Kartonbündel die zähere PE-Folie in 40–80 µm. Die folgende Übersicht ordnet typische Produkte zu:
| Produkt | Folie | Stärke | Warum |
|---|---|---|---|
| Broschur, Softcover-Kalender, Grußkarten-Set | POF | 12 µm | leicht, flach, keine scharfen Ecken |
| Faltschachtel Kosmetik, Nahrungsergänzung, Software | POF | 15 µm | glasklar, eng anliegend, Aufreißstreifen möglich |
| Hardcover, Brettspiel, Puzzle | POF | 15–19 µm | harte Ecken brauchen Reserve gegen Durchstoßen |
| 2er- oder 3er-Multipack leichter Schachteln | POF | 19 µm | Bündelkraft und Glanz zugleich |
| 6er-Pack Gläser oder Dosen auf Tray | PE | 40–60 µm | trägt Gewicht, reißt beim Anheben nicht |
| Kartonbündel, Stangenware, Umkarton | PE | 50–80 µm | hohe Zugkraft, robuster Staub- und Nässeschutz |
Die Tabelle ist ein Ausgangspunkt. Ob die Folie für Ihr Produkt hält, entscheidet der Musterlauf mit 5–10 Stück.
Was macht POF-Folie zum Standard für Einzelprodukte?
POF-Folie ist der Standard, weil sie bei geringer Stärke glasklar bleibt, gleichmäßig in Länge und Breite schrumpft und saubere, schmale Nähte bildet. Polyolefin-Schrumpffolie besteht meist aus mehreren coextrudierten Schichten und ist biaxial verstreckt; im Schrumpftunnel zieht sie sich deshalb von allen Seiten gleichmäßig an das Produkt. Für Kosmetik, Bücher und Spiele heißt das: brillante Optik, kaum Verzug, ein Griffgefühl ohne Klebrigkeit. Lebensmittelgeeignete POF ist verfügbar – für Pralinenschachteln, Dosen oder Gläser in geschlossener Primärverpackung. Mehr zum Material steht im Lexikon unter POF-Folie.
Schwächen hat POF bei Gewicht und scharfen Kanten: Unter Last kann eine dünne Folie an einer harten Ecke aufreißen, und über 19 µm hinaus wird sie teuer, ohne wesentlich zäher zu werden. Dort beginnt das Feld der PE-Folie.
Wann ist PE-Folie die bessere Wahl?
PE-Folie ist die bessere Wahl, sobald ein Bündel getragen, gestapelt oder über längere Wege transportiert wird. Polyethylen ist bei 40–80 µm deutlich dicker als POF, dehnt sich unter Last, statt zu reißen, und hält die Einzelteile eines Multipacks auch dann zusammen, wenn jemand es an der Folie anhebt. Typische Einsätze:
- Tray mit Folie für Dosen, Gläser und Becher
- Bündel und Stangenware wie Leisten, Rollen oder Prospektstapel
- Umkartons als Schutz vor Staub und Nässe bei Zwischenlagerung
Der Preis dafür ist die Optik: PE ist leicht milchig, weniger glänzend und bildet breitere Nähte. Für die Verkaufsfläche eines Kosmetikprodukts ist sie deshalb selten erste Wahl, für einen Sechserpack Konservengläser dagegen fast immer.
Warum verarbeiten wir keine PVC-Schrumpffolie?
PVC-Schrumpffolie verarbeiten wir nicht, weil beim Schweißen chlorhaltige Dämpfe entstehen und die Folie bei Kälte spröde wird. Früher war PVC weit verbreitet, weil sie schon bei niedriger Temperatur schrumpft und sehr klar ist – ein Grund, sie heute noch zu wählen, ist das für uns nicht. Die Schweißnaht einer solchen Folie wird hart und bricht leicht, und in Kühlhaus oder Winterversand reißt sie eher als POF oder PE. Im Recycling wird PVC-Folie von Polyolefinen getrennt und ist deshalb kein guter Partner für Verpackungen, die im Kunststoffstrom landen. Wer bisher mit dieser Folie gearbeitet hat, kommt mit POF 15 µm meist zu einem vergleichbaren Bild; ohne PVC entfällt außerdem der typische Geruch frisch geschrumpfter Ware.
Wie finden Sie die richtige Folienstärke?
Die richtige Folienstärke ist die dünnste, die im Musterlauf ohne Löcher an den Ecken und ohne Risse beim Anheben besteht. Als Faustregel gilt für POF:
- 12 µm für leichte, flache, glatte Produkte ohne harte Ecken – Broschuren, Karten, flache Schachteln.
- 15 µm als Standard für Faltschachteln, Softcover, kleine Spiele und die meisten Einzelprodukte.
- 19 µm für Hardcover, schwere Spieleschachteln, Multipacks bis zum 3er und Produkte mit Kanten.
Bei PE richtet sich die Stärke nach dem Gewicht des Bündels: 40 µm für leichte Trays, 50–60 µm für den typischen Sechserpack, bis 80 µm für schwere Kartonbündel. Zu dicke Folie schadet ebenfalls – sie braucht mehr Wärme, was empfindliche Drucke oder Inhalte belastet, und sie zieht dünne Kartons beim Schrumpfen krumm.
Wie wichtig ist der Glanz im Regal?
Der Glanz ist dann entscheidend, wenn die Folie Teil der Verkaufsverpackung ist, also Kosmetik, Bücher, Spiele und Geschenkartikel. Hier zählt, dass der Druck darunter ohne Schleier sichtbar bleibt und die Folie keine milchigen Stellen an den Ecken zeigt. POF erfüllt das bei jeder unserer drei Stärken. Bei Ware, die in einem Umkarton oder auf einer Palette im Lager steht, spielt der Glanz dagegen kaum eine Rolle; dort gewinnt die zähe PE-Folie. Hinweise, wie ein Schrumpfbild aussehen sollte und welche Fehler den Glanz stören, gibt der Ratgeber Schrumpfbild beurteilen.
Was ist bei wärmeempfindlichen Produkten zu beachten?
Bei wärmeempfindlichen Produkten wählen wir die dünnste haltbare POF und stellen den Tunnel an das untere Ende von 140–180 °C, mit höherer Bandgeschwindigkeit. Die Packung verbringt dann nur wenige Sekunden im Tunnel, die Oberfläche der Folie wird heiß, der Inhalt kaum. Schokolade in der Schachtel, Kerzen oder Produkte mit Wachsanteil lassen wir immer zuerst im Musterlauf durch den Tunnel laufen und öffnen einige Packungen, bevor die Serie startet. PE braucht mehr Wärme und kommt für solche Produkte nur selten in Frage.
Wer stellt die Folie und was kostet sie?
Die Folie stellen Sie bei oder APOOL WERKE beschafft sie nach Ihrer Vorgabe – dann berechnen wir einen Folienzuschlag je Stück; bedruckte Folie und Folie mit Aufreißstreifen kommen von Ihnen oder werden mit einem Vorlauf von zwei bis drei Wochen bestellt. Der Folienzuschlag liegt 2026 bei 3 ct – 9 ct je Stück, je nach Folie, Stärke und Produktgröße (Richtwert – Angebot nach Anfrage und Muster.). Beigestellte Folie verarbeiten wir ohne Zuschlag; wichtig ist nur, dass Rollenbreite und Wickelrichtung zur Anlage passen. Wie Sie die nötige Rollenbreite selbst ermitteln, zeigt der Ratgeber Folienverbrauch berechnen. Was der Stückpreis insgesamt umfasst, steht in Einschrumpfen: Kosten je Stück 2026.
Wie geht es weiter?
Nennen Sie uns in der Anfrage Produkt, Maße, Gewicht und Ihre bisherige Folie – wir schlagen die passende Folie vor und testen sie im Musterlauf. Den Stückpreis mit oder ohne Folienzuschlag können Sie vorab im Schrumpfrechner schätzen. Bei Fragen zur Folienwahl schreiben Sie Elisabeth Zachová an info@apool.de oder rufen Sie an: +420 604 373 376.